Donnerstag, 27. September 2007

Chabarovsk


Der grösste Leninkopf der Welt in Ulan Ude



Panorama an der Selenga


Nach der Hochzeit...


Chabarovsk... eine der schönsten Städte an der Transsib



Die Strandpromenade von Chabarovsk




Hallo zusammen!

Scheint zwar noch niemand dazu gekommen zu sein unseren letzten Eintrag gelsen zu haben (der war ja aber auch lang) ;-) aber hier sind wir wieder!

Inzwischen sind wir in Chabarovsk angelangt, letzter Stopp vor dem Meer... Sehr schoene Stadt (zumindest was den ersten Eindruck von gestern Abend im Dunkeln angeht), sauber, gruen, gepflegt, am Amurfluss, samt dazugehoerigem Sandstrand.

Aber mal wieder von vorne.

Nach Irkutsk ging es mit dem Nachtzug nach Ulan Ude. 4er-Abteil (gab leider nix anderes auf der Strecke). Naja. Der Zug war schon mal deutlich aelter als alles was wir bisher hatten und das Abteil ziemlich alt. Zum Glueck waren wir die ersten, da konnten wir erst mal alle unser Gepaeck verstauen. Dann kam ein Burjate (Ulan Ude liegt mitten in Burjatien, Burjaten sind ein mit den Mongolen verwandtes Volk) der sich mit seiner Zeitung in eine Ecke verdrueckte und spaeter noch ein Russe der den Abend nicht im Abteil war. Wir gingen bald ins Bett und der Burjate stieg nach 2 Stunden schon wieder aus und der Russe eine Stunde vor uns. War uns auch recht. So hatten wir in Ulan Ude Platz um unser ganzes Gepaeck wieder herumzuwuchten. Ging also ganz gut aber wir sind froh, dass wir nachher wieder 2er-Abteil hatten!

In Ulan Ude hatten wir erst mal einen Tag allein wo wir ein bisschen durch die Stadt spaziert sind. Auch das sehr saubere, freundliche Stadt. Praktisch nur Burjaten da, als Russe faellt man direkt auf, als Europaeer sowieso. Das Wetter war super, warm und sonnig (Sibirien im September... wer sagt was von kalt?) und so fuhren wir am Nachmittag ins Freilichtmuseum, etwas ausserhalb. Die Idee mit dem Bus klappte nicht so ganz, da wir nicht so genau wussten, wo wir warten mussten. Fragen ergab widerspruechliche Aussagen und es kam auch ewig keiner, also nahmen wir das Taxi. Als der dann irgendwann bei einer Kreuzung auf der Gegenfahrbahn zwischen Bus und LKW geriet und vor der Nase des LKW's wieder auf die richtige Strassenseite kreuzte hatten wir dann auch keine Fragen mehr was die fehlenden Fensterscheiben und den Holzklotz, der seinen Sitz festhielt anging...

Auf alle Faelle kamen wir an und es hat sich gelohnt. Wir haben uns ein paar Haeuser, Zelte und Jurten der russischen Eingeborenenbevoelkerung angesehen, sind sonst ein bisschen rumspaziert und nahmen dann den voellig ueberfuellten Bus zurueck in die Stadt.

Restaurants gibt es in Ulan Ude leider noch nicht. Und so assen wir dann als einzige Gaeste in einem Hotelrestaurant das den Charme eines Schwimmbads hatte... aber das Essen hat geschmeckt.

Rada, Die Tochter unserer Burjatischen Gastgrossmutter war dann fuer den naechsten Tag unsere Fuehrerin. Ach ja, total wichtige Familie, wo wir da gewohnt haben. Der Vater war 16 Jahre Kulturminister, hat die Burjatische Nationalhymne geschrieben, war Ehrenbuerger von Ulan Ude... wir durften in seinem Arbeitszimmer uebernachten... was fuer eine Ehre :-) Ach ja, das Zimmer sieht man unter http://www.wikipedia.com/ "Buryatia" eingeben und das "modern Buryat house"... wusste keiner der Familie, der Sohn hat das mal entdeckt, als er ein bisschen durch wikipedia gesurft ist... Macht man auch noch Augen, wenn man in Wikipedia was nachschaut und findet da ein Foto von seinem Zimmer!

So fuhren wir am naechsten Tag zum Irgendwas-Datsan, dem Groessten Lamakloster in Russland. War ganz interessant, mal was anderes als die staendigen Kirchen. Burjaten sind naemlich Buddhisten oder Schamanisten und statt einer Kirche hat fast jedes Dorf seinen eigenen Tempel.
Am Nachmittag machten wir richtig einen auf Touristen und besuchten ein Altglaeubigendorf (mit zwei anderen Touristen aus Moskau). Vom Dorf sahen wir nicht viel, es gab da ein Museum und ein fuer die Touristen hergerichtetes typisches Haus und 4 alte Damen vom Kulturverein hatten sich in traditionelle Kleider geschmissen und kochten uns ein typisches Mittagessen. Und nach dem Essen haben Benno und ich geheiratet. Die Damen spielten mit uns eine traditionelle Altglaeubigenhochzeit durch, steckten uns in traditionelle Kleider, packten mir einen Riesenturban auf den Kopf und verheirateten uns. Es hat sogar richtig Spass gemacht! Und abgesehen von dem komischen Hut mit Blume dran sah Benno richtig gut aus...

Am Montag sind Museem eigentlich geschlossen, trotzdem hat Rada fertiggebracht, dass wir am naechsten Tag ins Geschichtsmuseum gleich neben ihrer Wohnung durften. Kein Wunder, die Haelfte der Dinge da kommt ja von ihrem Vater... Auch das war mal was anderes, Buddhistische Kunst... wie man bei all den Goettern bloss den Ueberblick behalten kann ist mir ein Raetsel.

Um 14.39 fuhr dann unser Zug nach Chabarovsk, wo wir gestern abend um etwa halb acht ankamen, also, die 2 Stunden Zeitverschiebung eingerechnet (Chabarovsk ist Moskau +7) etwa 51 Stunden. Davon gibt's natuerlich nicht viel zu berichten, war sehr gemuetlich, die kochenden Babushkas an den Bahnhoefen haben wieder mal ganze Arbeit geleistet und da es ja wann immer man will, soviel man will heisses Wasser gibt braucht man eigentlich nicht viel mehr als ein paar Teebeutel und Instant-Suppen um gluecklich zu sein. Und Bier natuerlich, toent es hier von rechts :-)

Jetzt wohnen wir sehr zentral bei der hypernervoesen Ljuba und ihren Toechtern. Die Frau macht mich fertig. Und das Fruehstueck auch. Eine Calzone mit Beilagen zum Fruehstueck. Und: "esst, esst, esst!!!" Aber irgendwie war der Hamburger mit Bratkartoffeln und Zopf mit Konfi (ueber die offizielle Reihenfolge zerbreche ich mir immer noch den Kopf) in Ulan Ude immer noch das extremste was wir in Sachen Fruehstueck hier erlebt haben. Dicht gefolgt von dieser Calzone mit Sauerkraut und Maissalat heute frueh...

So, das war's, wir hoffen, es geht euch allen gut, macht's gut!
Ach ja, mein Natel... nachdem es in Irkutsk kurz nochmal zum Leben erwacht ist habe ich seither wieder keinen Empfang... das war einfach super, was wir da gekauft haben, Mirko!!

Weiterreise: Morgen Abend (also am 28igsten) nach Valdivostok wo wir am 29igsten Ankommen, am 30igsten eine Tigersafari und am 1. Oktober um 18.00 Uhr geht die Faehre nach Japan, wo wir am 3. Oktober um 9.00 ankommen. Dann muessen wir von Fushiki wo die Faehre anlegt irgendwie nach Kanazawa kommen, wo wir 2 Naechte Hotel gebucht haben. Mal sehen.

Tschuess, Gruss aus dem (nun offiziellen) fernen Osten!!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo ihr 2
Natürlich lesen wir imme rwider gern von Eueren abenteuern. Haben nur vergessen einen Kommentar abzugeben.
gruss aus Weinfelden

Marica hat gesagt…

Ja au ich habe es gelesen aber habe dann nichts geschrieben. sorry Ich freue mich aber immer etwas von euch zu lesen.

hat gesagt…

Also ich hab die letzten beiden Beiträge auch sorgfältig gelesen (Beat hat mir dafür 2 Tage frei gegeben), und da Benno von rechts das Biertrinken erwähnt hat, trinke ich genüsslich ein Ittinger auf euch!

Falls es euch interessiert, der FC Winterthur ist Leader nach 10 Runden in der Challenge League, GC nach der gleichen Anzahl Spiele in der Superleague letzter... interessiert in Sibirien wohl kaum jemanden, aber ist kultig.

Möcheds guet

francesca aus Italien hat gesagt…

...Hi!... ich wollte mal wissen...seit ihr jetzt wirklich offiziell verheiratet?...
Ciao ciao,
francesca

Simone hat gesagt…

Hi Francesca

Natürlich nicht *gg* War nur Show!!

Gruss, hoffe du kommst an meinen Fotoabend... irgendwie!